Parodontalbehandlung

PARODONTITIS UND SYSTEMISCHE ERKRANKUNGEN

Medical Records & Stethoscope

Parodontitis ist überall auf der Welt verbreitet. Die von der Società Italiana di Parodontologia (Italienische Gesellschaft für Parodontologie) im Jahr 2003 veröffentlichten Daten zeigen, dass in Italien 60-70 % der Erwachsenen in unterschiedlichem Ausmaß von Parodontitis betroffen sind und dass von diesen 10-14 % an einer schweren und fortgeschrittenen Form der Krankheit leiden. In der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren steigt die Häufigkeit drastisch an, während in 7-8 % der Fälle die Krankheit bereits in jungen Jahren auftritt. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass eine erhöhte Konzentration von krankheitserregenden Bakterien in den Läsionen im Zahnhalteapparat zu Episoden von Bakteriämie führt und Toxine in den Blutkreislauf gelangen lässt, die mit dem Ausbruch und Verlauf schwerer systemischer Krankheiten in Verbindung gebracht werden können.

Charakteristiken von Parodontitis

Bei Patienten mit Parodontitis kommt es zu Veränderungen der Entzündungsparameter im gesamten Körper, die auch im Blut nachweisbar sind, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die örtliche Entzündung des Zahnfleischs sich auf den ganzen Körper ausweiten kann. Tatsächlich haben diese Patienten erhöhte Werte von neutrophilen Granulozyten, C-reaktivem Protein und anderen Entzündungsparametern. Eine konstante hohe Entzündung, einschließlich erhöhter Werte des C-reaktiven Proteins, kann als ausgezeichneter Prädiktor für das Entstehen von Atherosklerose und Herzinfarkt angesehen werden.

Parodontitis und systemische Erkrankungen

Wie von Haumschild M.S. et al. 2009 berichtet, haben epidemiologische Studien gezeigt, dass in westlichen Ländern mehr als 15 % der Bevölkerung an schweren Formen von parodontaler Erkrankung leiden. Aus diesem Grund ist auch das wissenschaftliche Interesse am Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und systemischen Erkrankungen in den letzten Jahren beträchtlich angestiegen. Neue Erkenntnisse haben eine enge Verbindung zwischen den Auswirkungen einer chronischen Entzündung in der Mundhöhle und dem allgemeinen Gesundheitszustand nachgewiesen. Der Beziehung zwischen systemischen Erkrankungen und Parodontitis liegen die an Letzterer beteiligten Entzündungsmechanismen zugrunde, sodass eine parodontale Erkrankung als Risikofaktor für das Entstehen systemischer Erkrankungen gilt. Andererseits können einige systemische Erkrankungen einen starken Einfluss auf die Mundgesundheit haben. Es gibt über 100 systemische Erkrankungen, die den Mund betreffende Symptome haben, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Atemwegsinfektionen, Pankreaskrebs, Diabetes und Ernährungsprobleme (Haumschild M.S. et al. 2009).

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  • malattie-sistemiche1Diabetes mellitus: Es besteht eine wechselseitige Beziehung zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis, mit starker Prädisposition des Diabetikers für eine parodontale Erkrankung und größeren Schwierigkeiten bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels, wenn diese nicht behandelt wird. Die Probleme von Diabetikern bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels sind durch das ununterbrochene Eindringen von bakteriellen Toxinen und Bakterien ins Blut sowie durch die übermäßige Freisetzung von Entzündungsmediatoren bedingt (Lamster I.B. et al. 2008; Dunning T. 2009; Williams R.C. et al. 2008). Die American Diabetes Association hat darüber berichtet, dass eine Verbindung zwischen dem Gesundheitszustand des Mundes und der Kontrolle des Blutzuckerspiegels besteht und dass Patienten mit unkontrolliertem Diabetes ein höheres Risiko für Infektionen mit abnormaler Abheilung der Wunden sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit, Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, haben.
  • Atherosklerose: Es existieren zahlreiche Risikofaktoren für das Entstehen von Atherosklerose (ischämische Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit und ischämischer Schlaganfall). Die Grundlage der Pathogenese von Atherosklerose ist dieselbe wie bei Parodontitis und es wurde nachgewiesen, dass das Ausmaß und die Beschaffenheit der Verbindung von Parodontitis und Atherosklerose bei der Entwicklung von ischämischem Schlaganfall stärker sind (Joshipura K. et al.2009).

 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Es wurde gezeigt, dass die an Parodontitis beteiligten Bakterien ätiologische Faktoren bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Eine kürzlich durchgeführte Studie an verhärtetem Gewebe, das operativ entfernt und mit den modernsten biomolekularen Analysemethoden (Echtzeit-PCR) untersucht wurde, hat das Vorliegen von Bakterien wie Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Prevotella nigrescens und Tannerella forsythensis nachgewiesen. Diese Bakterien wurden bei 90 % der Patienten mit gleichzeitiger Parodontitis in der atherosklerotischen Plaque der Herzkranzarterien gefunden. Die erhebliche Anzahl von an Parodontitis beteiligten Bakterienarten, die in den verhärteten Geweben von Patienten mit Parodontitis aufgefunden wurden, lässt vermuten, dass das Vorliegen dieser Mikroorganismen in den Läsionen der Herzkranzgefäße kein Zufall ist und dass diese in der Tat an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt sind (Gaetti-Jardim E. Jr et al 2009).

 

  • Frühgeburten und weibliche Unfruchtbarkeit: Die hormonalen Veränderungen während der Schwangerschaft beeinflussen direkt die Struktur des Zahnhalteapparats und erhöhen die Gefäßdurchlässigkeit des Zahnfleischgewebes, was zu einer verstärkten Verbreitung von Bakterien, Interleukinen und LPS führt (Novák T.malattie-sistemiche2 et al. 2009). Die Ergebnisse einiger Studien zeigen, dass bei Patientinnen mit Parodontitis Antigene von Porphyromonas gingivalis im Plazentagewebe nachgewiesen wurden. Dies weist darauf hin, dass diese Mikroorganismen in die Plazenta eindringen können, und Parodontitis wurde daher in die Liste der Risikofaktoren für Frühgeburten aufgenommen (Katz J. et al 2009). Darüber hinaus hat eine kürzlich in Australien durchgeführt Studie einen Zusammenhang zwischen weiblicher Unfruchtbarkeit und den an Parodontitis beteiligten Bakterien nachgewiesen (R. Hart et al 2011).

 

  • Erektionsstörungen: Eine Gruppe türkischer Forscher hat herausgefunden, dass Männer mit Parodontitis häufiger an Erektionsstörungen leiden. Tatsächlich ist bei Patienten mit dieser Krankheit die Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen 3,29-mal höher als bei Männern ohne Zahnfleischprobleme (Fatih O. M. et al 2012).

 

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